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Sonntag, den 27. März 2011 um 10:26 Uhr |
Musterbrechen? Fehlanzeige. Viel Luft um nichts.
Wenn ein Herr Dyson den Staubsaugerbeutel abschafft und die so neu durchdachten Haushaltsgeräte in ein schickes High-Tech-Design kleidet, generiert er damit zwar Anerkennung, Gestaltungspreise und einen fetten Umsatz für sein Unternehmen.
Wirklich bestehende Muster gebrochen und etwas tatsächlich neues gemacht hat er damit aber nicht. Noch immer ziehe ich den Staubsauger am Saugschlauch hinter mir durch die Wohnung, was früher oder später dazu führt, dass dieser abreißt (das ist mir schon mit dem alten Kobold von Vorwerk passiert - allerdings erst nach ein paar mehr Jahren intensiver Nutzung). Und der Wechsel eines Staubbeutels geht bei einem konventionellen Staubsauger auch schneller als das Entfernen der letzten Fussel aus dem halbtransparenten Plastikspielzeug. Das große Argument mit der nachlassenden Saugkraft ist für mich auch nur ein ziemlich blasses Verkaufsargument. Bis die Saugkraft bei einem klassischen Staubsauger nachlässt, ist der Beutel längst gewechselt. Und wenn ich bemerke, dass der Luftstrom nun gegen ein halbes Kilo Staub im Beutel ankämpfen muss, fahre ich eben zwei, drei mal über die hartnäckige Stelle am Teppichrand und hab das Problem so gelöst. Wir hatten in unserem Haushalt hintereinander zwei der High-Tech-Teile

aus dem brittischen Vorzeige-Unternehmen im Einsatz. Verarbeitung und Haltbarkeit der beanspruchten Elemente konnten unserer fleißigen Nutzung nicht standhalten. Mit jedem Dyson, der von uns ging, wanderten (nach nicht einmal 3 Jahren Nutzung) jedesmal über 200,- Euro in den Plastikmüll. Nun sind wir wieder auf ein konventionelles Gerät umgestiegen und dabei noch nicht mal auf eine teure Markenvariante. Gerade mal 40,- Euro kostete der kleine Staubvertilger, der nun seit vier Jahren brav seinen Dienst verrichtet. Selbst wenn wir ihn alle vier Jahre durch ein neues Geräte ersetzen, erreichen wir erst in ein paar Jahrzehnten das Investitionsvolumen, dass uns der Dyson-Schnickschnack abverlangte. Als ich das erste dieser hochgelobten Design-Haushaltsgeräte erstand, erwartete ich mir auch einen generellen Paradigmenwechsel in der Art, wie das Ding an das Problem herangeht. Muss man Staub tatsächlich wegsaugen? Braucht es einen 4000 Watt-Motor, um einen Luftsog zu entwickeln? Könnte man Staub nicht elektrostatisch mit einer bestimmten Ladung versehen und ihn dann durch einen Magneten anziehen oder ähnliche grundlegende Neuüberlegungen. Fehlanzeige. Der kleine kugelige Plastikbomber erwies sich in Sachen Technologie als "Luftblase" und das hübsch anzusehende Design kaschiert das Ganze meines Erachtens lediglich. Und so ziehe ich weiterhin mit meinem kleinen Freund, der schreit wie ein landender Düsenjet und aussieht, wie ein mutierter Riesenkäfer meine Runden durch die Wohnung und hoffe auf einen echten Geistesblick irgendeines Technikers in Sachen Staubvertilgung. |